Startseite > Themenkonferenz

«Literalität – Sprachkompetenz im Zerfall?»

Datum

Programm

18. November 2026

Beginn 16:00 Uhr

Kultur-& Kongresshaus Aarau

Begrüssung durch Roland Latscha

Referate:
Markus Bundi, Herausgeber, Schriftsteller, Deutsch- und Philosophielehrer Alte Kantonsschule Aarau
Prof. Dr. Miriam Dittmar, Co-Leiterin Zentrum Lesen, Institut Forschung und Entwicklung PH FHNW

Apéro riche und Ausklang

Literalität – Sprachkompetenz im Zerfall?

Die Sprache sei das Haus des Seins, meinte der Philosoph Martin Heidegger. So gross könne gar kein Haus sein, konterte Theodor Adorno, der die Philosophie Heideggers für blossen «Sprachzauber» hielt. Mit der Zauberkunst der Sprache steht es bei vielen jungen Menschen heute jedoch nicht sehr gut. Der sogenannte «funktionale Analphabetismus» betrifft viele Erwachsene auch in Ländern, die so stolz auf ihr Bildungssystem sind. Doch 20 bis 25 Prozent der Jugendlichen besitzen insuffiziente Sprachkompetenzen, wenn sie die obligatorische Schule verlassen.
Was bedeutet es, wenn die elementaren Kulturtechniken des Sprechens und Verstehens, des Lesens und Schreibens bei einer grossen Minderheit nur schwach ausgebildet sind? Die Dominanz der digitalen Medien und Bildschirme in der kindlichen und jugendlichen Lebenswelt, das Schwinden der Erzählkultur, welche die Generationen in der Tradition verbunden hat, und wohl auch die migrationsbedingte Herausforderung der Mehrsprachigkeit mögen Gründe sein, warum es mit der Literalität bei vielen nicht gut bestellt ist, was nicht zuletzt auch aus demokratietheoretischer Perspektive problematisch ist.
Seit ungefähr 6000 Jahren wird gelesen. Das Lesen bezog sich oft auf heilige Texte, war sehr exklusiv, d.h. nur wenigen Eingeweihten vergönnt, und es wurde immer laut gelesen. Ohne die akustische Stütze, ganz im Stillen mit sich allein, fällt das Lesen auch weniger heiliger Texte (wie Gebrauchsanweisungen) vielen schwer. Lesen ist die Kultivierung von Imagination: vor uns sind Buchstaben, abstrakte Zeichen, die sich zu Wörtern reihen und Wörter, mit denen sich Sätze bilden lassen. Texte verstehen heisst, ihren Sinn imaginativ nachvollziehen zu können. Die Schwächung der Literalität und der Einbildungskraft gehen Hand in Hand.
In der Themenkonferenz soll das Problem eingeordnet und nach Lösungsstrategien gefragt werden.
Roland Latscha

Anmeldung zur Konferenz

Privacy Einstellungen

Für ein optimales Website-Erlebnis nutzen wir Cookies und weitere Online-Technologien, um personalisierte Inhalte zu zeigen, Funktionen anzubieten und Statistiken zu erheben. Ihr Klick auf „Akzeptieren“ erlaubt uns diese Datenverarbeitung sowie die Weitergabe an Drittanbieter (auch in Drittländern) gemäss unserer Datenschutzerklärung. Cookies lassen sich jederzeit ablehnen oder in den Einstellungen anpassen.

Datenschutz

Privatsphäre Einstellungen

Dieses Tool hilft Ihnen verschiedene Tags, Tracker und Analyse-Tools auf dieser Webseite auszuwählen oder zu deaktivieren.

Datenschutz